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MACH 2009 VERLAGE 
Elefant Tamedipresse
UELI CUSTER
Wäre die Fusion schon vollzogen, würden die Tamedia-Titel 21,5 Prozent aller Leserkontakte in der Mach Basic erzielen. In der Westschweiz wären es 44,8 und im Schweizer Tagespressemarkt 49,7 Prozent.

Mit Abstand am höchsten wäre der Marktanteil aber im Tagespressemarkt der Westschweiz. Mit den heute erscheinenden Titeln wären es 76,1 Prozent. In der Praxis wird der Anteil dann aber wieder auf den Wert von Edipresse allein absinken. Denn nach der angekündigten Fusion von Le Matin Bleu und 20 minutes entfällt der heutige Marktanteil der Tamedia (der ausschliesslich auf 20 minutes beruht) wieder. Edipresse hat heute im Westschweizer Tagespressemarkt einen Lesermarktanteil von 53,7 Prozent. Bezogen auf die ganze Schweiz, wird der neue schweizerische Verlagsriese die 50-Prozentmarke im Tagespressemarkt nicht knacken.

TAMEDIA WÄCHST UND WÄCHST
Die Auswirkungen der Verlagskonzentration zeigt die Grafik «Langfristige Veränderungen Marktanteile Tagespresse » aber bereits ohne Vorgriff auf die Zukunft. Seit 2004 hat die Tamedia ihren Marktanteil dank diverser Zukäufe und der Lancierung von 20 minutes von 15,4 auf 34,8 Prozent mehr als verdoppelt. Gleichzeitig ging der Marktanteil der übrigen Verlage massiv von 47,6 auf 28,2 Prozent zurück. Die andern drei Grossverlage spielen in diesem Konzert höchstens die Begleitmusik. Die beiden Gewinner Edipresse und Ringier verdanken ihren Zuwachs einzig ihren neuen Gratistiteln. Die NZZ-Gruppe mit ihrer konservativen Einstellung hat in diesem Wettstreit keine Chancen. Sie kommt zwar 2009-1 auf die praktisch gleiche Kontaktsumme wie 2004, aber das Kontaktvolumen ist in der Zwischenzeit um fast einen Viertel angestiegen.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich eher wenig getan (siehe Grafik «Kurzfristige Veränderungen Marktanteile Tagespresse »). Der Zuwachs der übrigen Verlage ist dem erstmaligen Auftauchen von .ch zu verdanken. Bei Tamedia hat der Zuwachs von 20 Minuten in beiden Sprachausgaben zum leichten Gewinn beigetragen. Bei Edipresse und Ringier liegt dagegen der Kontaktzuwachs der Gratistitel unter dem Marktwachstum, und in der NZZ-Gruppe blieb die Kontaktzahl im Tagespressebereich praktisch stabil. Ein an sich sehr schönes Ergebnis. Aber in einem sich aufblähenden Markt sinkt der Marktanteil natürlich trotzdem.

EDI(GRATIS)PRESSE
Auch wenn man den Blickwinkel über die Tagespresse auf alle Publikationen ausweitet, wird die grosse Bedeutung der Gratiskontakte im Lesermarkt klar. Wie die Grafik «Anteil Gratiskontakte» zeigt, ist von den fünf grössten Verlagen (bezüglich Kontaktsummen) nur gerade Axel Springer Schweiz «unbefleckt». Edipresse hat den durch die diversen Zeitungsbeilagen schon immer hohen Gratisanteil mit Le Matin Bleu auf deutlich über die Hälfte erweitert. Und Tamedia erzielt inzwischen genau die Hälfte der Kontakte mit Gratispublikationen. Dazu zählen neben 20 Minuten (das 57 % der Gratiskontakte beisteuert) auch das Magazin, TV Täglich (zu 50%), das Tagblatt der Stadt Zürich, der Berner Bär usw. Bei der NZZ-Gruppe ist der Gratisanteil leicht gesunken, weil sowohl der Ostschweizer Anzeiger als auch NZZ Folio Leser verloren haben. Bei Ringier trugen vor allen heute/Blick am Abend sowie das jetzt eingestellte Cash zum Wachstum der Gratiskontakte bei. Beide Titel waren 2006-2 noch nicht ausgewiesen.

GROSSE IMMER GRÖSSER
Die schwindende Bedeutung der kleineren Verlage dokumentieren auch die drei Gra- fiken mit der Entwicklung der Marktanteile seit 2006-2. Gesamtschweizerisch hat ihr Anteil in diesem Zeitraum von 51,6 auf 44,8 Prozent abgenommen, in der deutschen Schweiz von 48,3 auf 39,8 und in der Westschweiz von 36,8 auf 30,8 Prozent. Stabil ist die Position der beiden Grossverteiler Coop und Migros, die gesamtschweizerisch konstant auf etwa 15 Prozent Marktanteil kommen. Ringier wurde schon vor Jahresfrist als grösster kommerzieller Verleger durch die Tamedia abgelöst. Zusammen mit Edipresse wird Tamedipresse auch die beiden Grossverteiler überholen. In der deutschen Schweiz ist die Tamedia schon seit 2007-2 der grösste Einzelverlag, und in der Westschweiz hat Edipresse diese Rolle schon seit eh und je unangefochten. Der Begriff der Elefantenhochzeit ist also für einmal wirklich berechtigt.

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