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MACH 2009 ÜBERBLICK 
Über ein Drittel gratis
UELI CUSTER
Von den in der Mach Basic ausgewiesenen Kontakten von Einzeltiteln (ohne regionale Gratistitel) werden mehr als ein Drittel verschenkt. Seit 2004 sind 925 000 Gratiskontakte dazu gekommen und 3,3 Millionen bezahlte weggefallen.

Gegenüber dem Vorjahr fehlen der Presse unter dem Strich 269 000 Leserinnen und Leser. Das ist so wenig wie schon lange nicht mehr. Bezahlte Kontakte sind allerdings rund 400 000 weggefallen, während rund 130 000 Gratiskontakte dazu gekommen sind. Insgesamt haben im Vergleich zu den Auswertungen 2008-1 und/oder 2008-2 total 33 Titel signifikant verloren und 8 zugelegt. Gegenüber 2004 haben allerdings 100 Titel signifikant Reichweite verloren und nur gerade 9 gewonnen. Ingesamt gingen rund 5 Prozent aller damals 46,5 Millionen Kontakte flöten. Bei den bezahlten Kontakten ist der Verlust allerdings doppelt so hoch, während bei den Gratiskontakten ein Zuwachs von 6,4 Prozent zu verzeichnen ist. Nicht inbegriffen sind darin die regionalen und lokalen Anzeiger und Gratiszeitungen, da deren wichtigste Titel durch Änderungen bei der Distribution und Erscheinungsweise nicht mehr vergleichbar sind.

MEHR AKTIVER GRATISBEZUG
Wie die Grafik «Vergleich Anteil Gratiskontakte » zeigt, hat sich dieser Anteil bei der Tagespresse gegenüber 2004 glatt verdreifacht. Dies nicht zuletzt wegen des erstmals ausgewiesenen .ch. Vergleicht man die Entwicklung der Kontaktsummen nach Bezugsart (siehe Grafik), fällt der extreme Zuwachs der Gratiskontakte bei der Tagespresse um fast das Dreifache auf, während die bezahlten Kontakte im gleichen Zeitraum um 11 Prozent abgenommen haben. Bei der Wirtschaftspresse kann der relative Zuwachs der Gratiskontakte nicht berechnet werden, da 2004 noch keine ausgewiesen wurden. Immerhin hat das tägliche Cash den Anteil der Finanzund Wirtschaftspresse zwischenzeitlich von 0 auf 12,4 Prozent hochgetrieben. Bei der Sonntagspresse sind für den Zuwachs der Gratispresse ausschliesslich die beiden Tessiner Titel verantwortlich. Und der praktisch identische Kontaktzuwachs von «bezahlt» und «total» ist vor allem den beiden Neulancierungen im Mittelland und in der Südostschweiz zu verdanken. Bei der Publikumspresse haben dagegen die bezahlten Kontakte stärker abgenommen als die Gratiskontakte. Unter dem Strich verbleibt eine negative Entwicklung. Dies genauso wie bei der Spezialpresse, wo die Verluste in beiden Bezugsarten im gleichen Rahmen liegen.
Beim Gratisbezug hat sich insgesamt eine starke Verschiebung in Richtung «aktiver Bezug» (via Boxen usw.) ergeben. Auf diese Art wurden im Vergleich zu 2004 rund eine Million mehr Kontakte erzielt, während der passive Bezug (via Briefkasten oder als Beilage zu einem bezahlten Titel) rund 100 000 Kontakte verloren hat.

KEINE MILLIONÄRE MEHR
Diese Entwicklung hat Konsequenzen. Inzwischen gibt es keinen bezahlten Titel mehr mit mindestens einer Million Kontakten. Nimmt man stattdessen eine Reichweite von mindestens 20 Prozent, findet man immerhin noch sieben Titel, die dieses Kriterium erfüllen – teilweise allerdings nur noch sehr knapp (siehe Grafik «Top-Titel bezahlt»). Diese Betrachtungsweise hat zudem den Vorteil, dass die Titel aus allen Sprachgebieten die gleichen Chancen haben, in der Rangierung vertreten zu sein. So belegen denn auch das Westschweizer Konsumentenmagazin Bon à savoir und Illustré gleich die Spitzenplätze. Und auf Rang drei taucht mit dem Ktipp gleich nochmals ein Konsumententitel auf. Trotz Verlust von 4,1 Prozentpunkten gegenüber 2004 liegt er in der deutschen Schweiz weiter an der Spitze. Der früher viertplatzierte Beobachter ist hinter die Schweizer Illustrierte zurückgefallen, und der 2004 auf dem fünften Platz klassierte Drogistenstern musste die Schweizer Illustrierte und SonntagsBlick an sich vorbei ziehen lassen.
In den Rangierungen der Reichweitenjäger (siehe Grafiken) hat sich gegenüber dem letzten Herbst keine Veränderung ergeben. Bemerkenswert ist die ungleiche Stellung der Genossenschaftspresse in den beiden Sprachgebieten. Während sie in der deutschen Schweiz mit grossem Abstand an der Spitze liegen, kommt der Coop-Titel in der Westschweiz nicht einmal in die Top Five, und das Migros Magazine belegt auch nur gerade den fünften Platz. Kombinationen von bezahlten Titeln belegen in der deutschen Schweiz die Plätze drei (Millionenkombi) und fünf (Power Duo), in der Westschweiz die Ränge drei (Top Matin) und vier (RomandieMAX). Bezüglich Kontaktkosten dürften diese Grosskombis allerdings mit den gratis verbreiteten Angeboten kaum mithalten können.

REICHWEITENJäGER DEUTSCHSCHWEIZ
REICHWEITENJäGER WESTSCHWEIZ
TOP-TITEL BEZAHLT
VERäNDERUNG KONTAKTSUMMEN NACH BEZUGSART
VERäNDERUNG KONTAKTSUMMEN NACH BEZUGSART
VERGLEICH ANTEIL GRATISKONTAKTE

BASISINFORMATIONEN
Grundsätzlich werden in der Berichterstattung über die Mach Basic nur signifikante Veränderungen kommentiert, Gewinne und Verluste innerhalb des Vertrauensbereiches sind also kein Thema. Die Signifikanz wird von der Wemf mit dem t-Test berechnet. Den Auswertungen liegen die Kontaktzahlen aller mindestens fünfmal wöchentlich erscheinenden Tageszeitungen (ohne Grossauflagen), aller Titel der Publikums-, Finanz- und Wirtschafts- sowie der Spezialpresse zugrunde. Die lokalen und regionalen Gratistitel sind nicht enthalten. Für die Vergleiche von Gruppenwerten gelten folgende Voraussetzungen:
- Basis bilden die Kontaktsummen.
- Erstmals ausgewiesene Titel werden nur dann in den Vergleich mit einbezogen, wenn sie auch neu auf den Markt gekommen sind.
- Die Werte früherer Jahre von eingestellten Titeln werden mit einbezogen.
Basis für die Langzeitvergleiche ist das Jahr 2004, denn ab der Mach Basic 2004 basieren die Hochrechnungen auf der Volkszählung 2000. Die Werte 2005, 2006-2, 2007-2 und 2008-2 wurden jeweils an die Fortschreibung der Volkszählung angepasst. Dadurch erhöht sich in den betreffenden Auswertungen die Grundgesamtheit jeweils entsprechend. Bei gleich bleibender Leserzahl sinkt die Reichweite dadurch.
Der Vergleich der Kontaktsummen ist trotzdem nicht immer korrekt. Denn die auf Basisinformationen Bei der Sonntagspresse sind für den Zuwachs der Gratispresse ausschliesslich die beiden Tessiner Titel verantwortlich. Und der praktisch identische Kontaktzuwachs von «bezahlt» und «total» ist vor allem den beiden Neulancierungen im Mittelland und in der Südostschweiz zu verdanken. Bei der Publikumspresse haben dagegen die bezahlten Kontakte stärker abgenommen als die Gratiskontakte. Unter dem Strich verbleibt eine negative Entwicklung. Dies genauso wie bei der Spezialpresse, wo die Verluste in beiden Bezugsarten im gleichen Rahmen liegen. Grund der Reichweiten hochgerechneten Leserzahlen berücksichtigen die Veränderung der Grundgesamtheit nicht, die jedes Jahr auf die Herbstauswertung hin an die neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik angepasst wird.
Und weil die Bevölkerung nach wie vor zunimmt, kann bei gleich bleibender Leserzahl die Reichweite trotzdem abnehmen. Dies kann vor allem bei weiter zurück reichenden Vergleichen ins Gewicht fallen. Das MTJ berechnet deshalb alle relativen Abweichungen von Einzeltiteln auf Grund der Reichweitenwerte, die direkt aus der Stichprobe errechnet sind. Kontaktsummen werden nur für Gruppenauswertungen verwendet.
DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK
Veränderungen generell
- Die Kontaktsumme ist deutlich weniger stark zurückgegangen als bisher.
- Bezahlte Kontakte nehmen weiter ab, Gratiskontakte dagegen zu.
- Über ein Drittel aller ausgewiesenen Kontakte von Einzeltiteln (ohne regionale Gratistitel) werden verschenkt.
- Gegenüber 2008-1 und/oder 2008-2 verlieren 33 Titel signifikant, 8 legen zu.
- Gegenüber 2004 verlieren 100 Titel signi- fikant und 9 gewinnen.
Tages- und Sonntagsprese
- 36,4 Prozent der ausgewiesenen Tageszeitungskontakte in der Schweiz sind gratis, aktuell (mit News und den aktuellen Werten von .ch und Blick am Abend) dürften es gegen 50 Prozent sein.
- Die ausgewiesenen Gratiszeitungen erzielen täglich 2,9 Millionen Kontakte, aktuell dürften es rund 3,8 Millionen sein.
- Die Kontaktsumme der verkauften Tagespresse hat sich gegenüber 2008-1 um lediglich 3,5 Prozent reduziert.
- Gegenüber 2008-1 verlieren fünf Titel signifikant, drei (Gratis-)Titel legen zu.
- Gegenüber 2008-2 verliert ein Titel signifi- kant, ein (Gratis-)Titel legt zu.
- In der Westschweiz hat der Anteil der Gratiskontakte mit 46,8 Prozent den Spitzenwert erreicht. Nach der geplanten Fusion von 20 minutes und Le Matin Bleu wird er wieder auf etwa 30 Prozent absinken.
- Seit 2004 haben die verkauften Titel in der deutschen Schweiz 451 000 Kontakte verloren und die Gratistitel 1,1 Millionen dazu gewonnen, in der Westschweiz gingen 188 000 bezahlte Kontakte verloren, während eine Million Gratiskontakte dazu kamen.
- Gegenüber 2004 verliert die Hälfte der Titel signifikant, nur 20 Minuten legt zu.
- Die Reichweite von 20 minutes hat sich weiter derjenigen von Le Matin Bleu angenähert.
- .ch kommt mit einer Reichweite von 5,0 Prozent in der deutschen Schweiz auf die gleiche Reichweite wie die Zürcher Landzeitung.
- Tageszeitungen der Tamedia erzielen mehr als einen Drittel aller Kontakte.
Publikums-, Finanz- und Wirtschaftspresse
- Gegenüber 2008-1 verliert die Publikumspresse über eine halbe Million Kontakte, die Finanz- und Wirtschaftspresse gewinnt dagegen (vor allem dank Cash daily) deren 65 000 dazu.
- Im Vergleich zu 2004 fehlen der Deutschschweizer Wirtschaftspresse 377 000 Kontakte.
- 13 Titel verlieren gegenüber dem Vorjahr signifikant, zugelegt hat nur Cash.
Gegenüber 2004 verlieren 26 der 34 Titel signifikant, nur 3 legen zu.
- Die Weltwoche hat seit 2004 einen Viertel ihrer Reichweite verloren.
- Die Deutschschweizer Programmpresse sowie die traditionellen Frauenzeischriften verlieren anhaltend Publikum.
Spezialpresse
- Gegenüber 2008-1 verliert die Spezialpresse 450 000 Kontakte, gegenüber 2004 2,2 Millionen.
- 14 Titel verlieren gegenüber 2008-1 signi- fikant, 3 legen zu.
- Vier Titel verlieren gegenüber 2008-2 signifikant, zwei legen zu.
- Gegenüber 2004 verlieren 51 von 72 vergleichbaren Titeln signifikant.
- In der Deutschschweiz verliert die Grossverteilerpresse signifikant.
- Die Deutschschweizer Seniorentitel gewinnen kurz- und langfristig signifikant.
- Praktisch alle vergleichbaren Titel für junge Leute verlieren langfristig signifikant.
- Alle vergleichbaren Titel der Gesundheitspresse verlieren gegenüber 2004 signifikant.
- Mit Ausnahme des Magazins Auto Illustrierte verlieren alle Autotitel gegenüber 2004 signifikant.
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