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CHRISTOPH J. WALTHER* Eigentlich sollte das neuste Web-Phänomen mit nur 140 Zeichen
beschrieben werden können. Denn genau so lang können Mitteilungen auf Micro-Blogs höchstens sein. Der bekannteste Dienst heisst Twitter und wird immer populärer. Wiederholt war Twitter bei grossen Newsereignissen in die Schlagzeilen geraten, weil sie über diesen Kanal noch vor den althergebrachten Nachrichtendiensten von Zeitzeugen rapportiert worden waren. So geschehen beim Erdbeben in der chinesischen Provinz Sichuan, bei den Terroranschlägen in Mumbay und vor allem bei der gelungenen Notwasserung des US Airways-Flugzeugs auf dem Hudson-River vor Manhattan vom 15. Januar 2009. Hier war es vor allem das von Janis Krums mit einem iPhone wenige Momente nach der Wasserung von einer Fähre aus geschossene und sofort verbreitete Bild, das der Meldung Authentizität verlieh und in der Folge abertausendfach weiterverbreitet wurde.
PASSEN SO ZU DEN KURZENAUFMERKSAMKEITSSPANNEN Microblogging passt gleich mehrfach zum Zeitgeist. Die Kurzbotschaften sind für den Konsum auf Mobiltelefonen bestens geeignet. Denn sie erfordern nur Micro-Aufmerksamkeit und passen so zu den immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspannen vieler Zeitgenossen (vgl. Kasten «20 Sekunden anstatt 20 Minuten»). Diese haben sich einen individuellen Nachrichtenstrom zusammengestellt, in dem etablierte Nachrichtenlieferanten wie Medienunternehmen neben Freunden und Bekannten stehen. Während Medien mehr oder weniger Seriöses vermelden, teilen Einzelpersonen typischerweise mit, was sie gerade tun oder was ihnen durch den Kopf geht. Anders als beim 1:1-Verkehr bei SMS werden Tweets, so heissen die Kurznachrichten, gleichzeitig an den gesamten virtuellen Freundeskreis, Followers genannt, kommuniziert. Sie sind in der Regel für jedermann einsehbar, was besonders reizvoll ist, wenn sie, wie bei Twittervision, auf einer Weltkarte visuell dargestellt werden. So entsteht ein 19 | 1-2009 mTJ Mix aus Blogging, sozialen Netzwerken und Chats. Wer als Einzelperson oder als Medienunternehmen zwitschern (so die Übersetzung von Twitter) will, muss keinen grossen Aufwand fürchten. Gleich wie bei SMS sind ein paar Dutzend Buchstaben rasch eingetippt, und die ständige Suche nach Twitter-Themen lasse einen schon bewusster durchs Leben gehen, wird etwa berichtet. Derweil bieten sich Microblogging-Dienste für Medienunternehmen an, um darüber aktuelle Nachrichtenmeldungen zu verbreiten, die für das eigene Newsportal produziert werden und automatisiert auch in solche Kanäle eingespiesen werden können. Noch servieren sie oft ihren gesamten Nachrichtenstrom en bloc, während agilere Branchenleader diesen auf thematisch verschiedene Adressen aufgegliedert haben, womit Benutzer ihr Newsmenu viel präziser zusammenstellen können.
TWITTER AUF DEM WEG ZUM MAINSTREAM
Zahlen zum Twitter-Phänomen gibts u.a. vom amerikanischen Marktforschungsunternehmen HubSpot, das im Dezember 2008 den ersten State of the Twittersphere Report (inspiriert von den «State of the Blogosphere-Berichten» der Blogsuchmaschine Technorati) herausgegeben hat. Es wird deutlich, dass Twitter offenbar gerade die kritische Schwelle von den Früheinsteigern (Early Adopters) hin zum Mainstream überschreitet. So sind 70 Prozent aller schätzungsweise sechs Millionen Twitter-User im Jahr 2008 beigetreten, deren 20 Prozent sogar erst in den letzten 60 Tagen. Jeden Tag werden geschätzte 5000 bis 10 000 neue Twitter-Accounts eröffnet. So ist denn Twitter auf der Rangliste der hundert verkehrsstärksten Websites in den USA gelandet. Das amerikanische Marktforschungsunternehmen Hitwise notiert Twitter in der Visit-Rangliste auf Platz 84 mit einem Anteil an allen Visits von allerdings lediglich 0,021 Prozent. Doch dieser dürfte um einiges höher liegen, wurden doch nur der Traffic auf der Website und nicht auch die Zugriffe über die zahlreichen Twitter-Programme auf PCs und Mobiltelefonen gemessen. Doch die Micro-Blogging-Welt gehört nicht Twitter allein: Als Open-Source- Variante ist unter anderen Identica unterwegs, und für Geschäftsanwendungen ist Yammer im Gespräch. Derweil hat sich Google von seinem Microblogging- Engagement, Jaiku, distanziert und dessen weitere Entwicklung Open-Source- Enthusiasten überlassen, was gemäss dem The-Winner-takes-it-all-Prinzip die Führungsrolle von Twitter bestätigt. Auf der Twitter-Welle reitend, ist zudem eine Reihe von Zusatzdiensten entstanden, die allerhand Spezialitäten anbieten, wie etwa Twitscoop, wo laufend die am häu- figsten erwähnten Begriffe zusammengetragen und visuell aufbereitet werden.
MELDUNGEN GEHEN IN WENIGEN MINUTEN UM DIE WELT Das Verzeichnis aller Schweizer Twitter- Benutzer, Swisstweets, listet Anfang Februar 1428 User auf. Dabei scheint die Kommunikationsbranche im weiteren Sinn schon recht gut vertreten zu sein, derweil Politiker, im Gegensatz auch zum benachbarten Ausland, bei uns diesen Kanal zur Selbstprofilierung (bestes Beispiel: Barack Obama) noch nicht entdeckt haben. Anzutreffen sind auch eine Reihe von Mediennamen wie 20 Minuten, Blick am Abend, NZZ, Tages-Anzeiger und Berner-Zeitung, aber etwa auch das Schweizer Fernsehen, Radio DRS2, die Weltwoche und der Nebelspalter sind präsent.
So kommt, wer im Bild sein will, an Twitter nicht mehr vorbei. Denn hier etablieren sich innerhalb weniger Minuten Meldungen auf der ganzen Welt, indem sie von Einzelnen aufgegriffen und an ihre Followers weiterverbreitet werden. Natürlich kann längst nicht immer alles mit nur 140 Zeichen gesagt werden, weshalb ein Link auf die ganze Geschichte häufig anzutreffen ist. So kann der Umgang mit den verbleibenden Zeichen mitunter sprachliche Höchstleistungen abverlangen. Denn gleich wie etwa beim Texten von Google-AdWords-Anzeigen, muss hier mit nur wenigen Worten eine Geschichte erzählt, das Interesse und der Wunsch zum Anklicken des Links geweckt werden (AIDA-kompakt eben). Schon haben erste Journalisten die Twitter-Herausforderung angenommen. Ein gutes Beispiel ist Der Westen, das Portal der WAZ-Mediengruppe in Essen. Hier werden nicht einfach News vom Redaktionssystem automatisiert rübergeschaufelt, sondern die Redaktion twittert live vom Newsdesk und von wichtigen Anlässen. Und das öfters ziemlich locker vom Hocker. Kostprobe: «Nooooooon, rien de riennnnnnnn – Hartmut Mehdorn macht uns die Edith Piaf: http://www.derwesten.de/91ui6S». was hat ein kolibri mit mund-zu-mund-Propaganda zu tun? nichts, er zwitschert ihnen aber trotzdem was ... wer im bild sein will, kommt nicht mehr an twitter vorbei. > Bild: Keystone 20 | 1-2009 mTJ Im verlinkten Text geht’s dann – ganz seriös – um Bahnchef Hartmut Mehdorn, der Massenüberprüfungen von Mitarbeitern auf Korruption rechtfertigt. Natürlich wird auch dialogisiert – mit dem Publikum genauso wie mit anderen twitternden Redaktionen. «Möchte eigentlich jemand, dass wir die Lottozahlen gleich live twittern? Oder haben eh alle die Glotze an und es reicht eine Zusammenfassung?» Und wer der Redaktion etwas zuzwitschert, kriegt auch gleich eine Antwort. Man kann gespannt sein, welcher Redaktion es hierzulande gelingt, Twitter in einer originellen Art einzusetzen (vermutlich wird es auf der anderen Seite des Röschtigrabens passieren ...).
JOURNALISTISCHES METARAUSCHEN OHNE KONTROLLE
Doch längst nicht allen Journalisten (so sie denn schon von Twitter gehört haben) fällt es so leicht, sich mit dem neuen Mitteilungskanal anzufreunden. Wie schon beim Aufkommen der Blogs wird bekrittelt, es gehe vor allem um halbgare Informationshäppchen, Hörensagen, und Meta-Rauschen, ohne Kontrolle, Verifikation oder Filterung, bei schwankender Qualität und von unbekannter Glaubwürdigkeit. So sind längst nicht alle twitternden Promis echt (sondern jemand anderes hat sich den Namen geschnappt), und selbst dann stammen die Tweets mitunter aus der PR-Abteilung des Agenten und nicht, wie sie vorgeben aus dem echten Leben des Stars. So ersetzt Twitter keine Recherche, kann indes bei gewissen Ereignissen am Anfang bessere Informationen liefern als so manche journalistische Quelle. Redaktionen, die Microblogging als neuen Kanal zum Publikum nützen wollen, tun gut daran, in einem Konzept festzulegen, wie Twitter sinnvoll im Zusammenspiel mit anderen Medien eingesetzt werden soll. Solche Richtlinien sollen auch Klarheit schaffen, wer unter dem eigenen Markennamen Tweets soll veröffentlichen können und wer dies im eigenen Namen machen darf oder soll. Welche Art von Informationen soll getwittert werden? Alles nur geprüfte Facts oder auch mal Gerüchte? So wie falsche Tweets der Reputation schaden können, kann der gekonnte Umgang mit dem neuen Kanal ihr ebenso nützen.
UND WO IST DAS GESCHÄFTSMODELL?
Schon seit der breiten Lancierung im Frühling 2007 beschäftigt Web-Auguren die Frage, wie Twitter dereinst sein Geschäft soll finanzieren können. Bisher hat das rapide Wachstum des Dienstes vor allem laufend Investitionen in die Rechnerinfrastruktur erfordert, was nicht immer reibungslos ging, und lange Zeit war Twitter für seine notorischen Ausfälle bekannt. Doch auf der Einnahmenseite war bisher nichts zu verzeichnen, weder Werbung noch Benutzergebühren (was kaum akzeptiert würde). Trotzdem klopfen Investoren selbst ungefragt mit neuem Kapital bei Twitter an. Immerhin hatte der Social-Media-Gigant Facebook für Twitter im letzten Herbst 500 Mio. USD (in zumeist eigenen Aktien) geboten, war damit bei den Gründern aber nicht auf Gegenliebe gestossen. Mitte Februar wurde bekannt, dass zwei Wagniskapitalfirmen sich mit 35 Mio. USD beteiligt haben, womit die Finanzierung bei derzeit 55 Mio. USD liegt. Ausschlaggebend dafür ist das enorme Wachstum des Dienstes, für den es offenbar in Grundzügen ein plausibles Geschäftsmodell gibt. So dürfte es sich als Vorteil erweisen, dass Twitter vorab nur in englischer Sprache aufgetreten ist. Damit ergibt sich die Chance, in weiteren Märkten den Dienst mit anderen Spielregeln zu lancieren. So bereits geschehen in Japan, wo mit einem lokalen Partner Werbung auf der japanischen Twitter-Website verkauft wird. Naheliegend sind nebst Bannerwerbung Google-AdSense-Werbeeinblendungen, die auf der Website integriert werden, so wie dies andere Web-Dienste tun. Dies birgt die Gefahr, dass User vergrault werden und dafür Twitter-Programme auf den Handys oder PCs der Website vorziehen. Ein werbefreies, aber kostenpflichtiges Premium-Angebot hätte da einen schweren Stand, es sei denn, das Gratis-Angebot werde limitiert, etwa betreffend der Anzahl Tweets oder der Follower. Auch ist denkbar, bezahlte Werbebotschaften in die Tweets einzustreuen, was wohl bis zu einer noch unbekannten Schwelle akzeptiert würde, zumal, wenn solche Werbe-Tweets entsprechend den Benutzerprofilen auftauchen und somit für dem Empfänger eine überduchschnittliche Relevanz haben sollten. (Wobei bisher unerforscht ist, von wem Tweets weshalb und wie rezipiert oder eben ignoriert werden.) Mitte Februar liess der neu ernannte Direktor für Geschäftsentwicklung bei Twitter, Kevin Thau, durchblicken, man arbeite an einer Reihe von Analyse- und Metrikproduktionen, die auf der Datenbank aller Tweets basieren. So könnten Beobachtungen und Meinungen des Twitter- Publikums in Echtzeit ausgewertet und für verschiedene Marketingzwecke angeboten werden.
KUNDENBINDUNG UND MARKENPFLEGE
Wie Twitter fürs Geschäft eingesetzt werden kann, zeigt das Beispiel des grössten amerikanischen Online-Schuh- Versandhauses, Zappos, das wie kein anderes Unternehmen stark auf Mundzu- Mund-Propaganda in sozialen Netzwerken setzt. Über Twitter lässt sich gut das Publikum der computererfahrenen Früheinsteiger erreichen, die oft andere beeinflussen und mitziehen. Twitter wird für den interaktiven Dialog mit Kunden (Followern) genutzt, wobei Mitarbeiter sich oft und authentisch zu Wort melden. Alle Twitter-Meldungen werden auf den eigenen Firmennamen abgesucht, und bei Treffern wird umgehend mit Antworten reagiert. So gelingt es, dem Unternehmen ein menschliches Gesicht zu geben und die Kundenbindung zu stärken. Für viele ist Zappos deshalb längst Kult. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist Frank Eliason, der beim Kabelfernsehanbieter Comcast für den Kundendienst zuständig ist und dies per Twitter erledigt. Dazu sucht er in den neusten Tweets laufend nach seiner Firma und kann so bei unzufriedenen Kunden, die in der Twittosphäre ihrem Ärger kundtun, gleich reagieren und Terrain gut machen. Nach bald einem Jahr sind rund 25 000 Tweets und ein beachtliches Medienecho zusammengekommen. Inzwischen springen bereits zufriedene Twitterer mit eigenen Tipps an Comcast-Kunden für Frank ein, wenn dieser über Twitter seine Abwesenheit für ein Familienfest ankündigt. Naheliegend ist auch, Twitter als speziellen Verkaufskanal mit Sonderangeboten zu benutzen. So hat der Computerhersteller Dell wissen lassen, man habe im Jahr 2008 mit dem eigenen Twitter-Kanal Erträge von einer Million USD erzielt.
Eine derartige Kundenbindung und Markenpflege ist hierzulande noch kaum bekannt. Immerhin werden schon die Verspätungsmeldungen im öffentlichen Verkehr per Twitter verbreitet – und von 39 Followern (Stand: 31. Januar) empfangen.
Auf jeden Fall empfiehlt es sich, heute auf Twitter einen Account mit dem eigenen Marken- und Firmennamen zu sichern, bevor dies andere tun. Denn wessen News erscheinen bei Twitter unter der Ettikette von nzzonline? – diejenigen von 20 Minuten!
* Der Autor ist an weiteren Informationen zu diesem Thema interessiert und freut sich über E-Mails an: cjwalther@gmail.com. Twitter: @cjwalther
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20 SEKUNDEN ANSTATT 20 MINUTEN Vom Radio über das Fernsehen zum Internet:
Ständig wurden die Aufmerksamkeitsspannen
kürzer. Die Fähigkeit, sich auf ein
Thema, etwa ein Buch, zu konzentrieren,
wird zunehmend rar. Es gibt Stimmen, die
beklagen, heftige Internet-User könnten nur
noch in Häppchen denken, keine Bücher
mehr lesen und grössere Zusammenhänge
kaum noch verstehen. Und jetzt noch
Twitter. Die Kürzestbotschaften lassen nur
noch Aufmerksamkeitsfragmente zu.
Sinnbildlich geht’s von 20 Minuten
zu 20 Sekunden.
Mehr Kommunikation heisst heute weniger
Konzentration und letztendlich weniger
Produktivität. Studien in Amerika haben
dazu horrende Beträge errechnet, die allein
wegen der ständigen Ablenkungen (Telefon,
E-Mails, klappernde Kollegen usw.) an
verlorener Arbeitszeit zusammenkommen.
Dabei ist der Schaden noch nicht mitgerechnet,
der durch schlechte Entscheidungen
entsteht, die geprägt vom damit
verbundenen Instant-Wahn immer unüberlegter
getroffen werden.
Der amerikanische Psychiater Edward
Hallowell hat dafür das Akronym ADT für
Attention Deficit Trait (Hang zum Aufmerksamkeitsverlust)
eingeführt. Im Gegensatz
zu ADD, Attention Deficit Disorder oder dem
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-
Syndrom (ADHS) ist ADT nicht erblich,
sondern eine angewöhnte Verhaltensweise.
Um ADD-geplagte Zappelphillippe in gesellschaftskompatible
Bahnen zu lenken, werden
Medikamente wie Ritalin eingesetzt. Bei
ADT genügen (richtige) Ferien, um die damit
verbundenen Symptome (leichte Aggression,
innere Unruhe, Konzentrationsstörungen)
rasch zum Verschwinden zu bringen.
Doch könnte ADD/T ein Vorläufer für die
bevorzugte Denkweise der Zukunft sein?
Immerhin gibt es eine Studie unter Nomaden
in Kenya, die belegt, dass wer das
ADD-begünstigende DRD4-Gen in sich trägt,
grösser und besser ernährt ist als andere.
Derweil haben sesshafte DRD4-Träger aus
dem gleichen Stamm unterdurchschnittlich
abgeschnitten. So wie die Nomaden ständig
auf dem Sprung sein müssen, um sich
bietende Chancen genauso wie plötzliche
Gefahren zu erkennen und nutzbringend
darauf zu reagieren, müssen auch wir auf
ständig mehr Inputs von Aussen reagieren
können.
Können auch wir gegen die Informationsflut
besser bestehen, indem wir ADD-mässiges
Verhalten kultivieren, anstatt es als unerwünscht
zu bekämpfen? So wie in früheren
Zeiten, wo es kaum Ablenkung gab, das
konzentrierte Arbeiten an einer Aufgabe
dominierte, müssen wir im 21. Jahrhundert
lernen, wie am effizientesten mit einem Dutzend
unterschiedlicher Projekte gleichzeitig
umgehen. Es geht um die Kunst, Mikro-
Pausen (etwa um eben mal die neusten
Tweets reinzuziehen) so einzusetzen, um
anschliessend besser fokussiert wieder auf
die unterbrochene Beschäftigung einzusteigen.
In dieser ablenkungsbestimmten
Gesellschaft werden Medienarbeiter,
Inhaltsproduzenten wie Werber gleichermassen
nicht darum herumkommen, (auch) mit
Kürzest-Informationshäppchen eloquent zu
kommunizieren.
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DIE TWITTER-RANGLISTE Um die Entwicklung der Twittersphäre
bei Medien in der deutschen Schweiz zu
dokumentieren, führt das MTJ die Twitter-
Rangliste ein. Wir werden dieses Ranking
regelmässig fortsetzen und auf andere
relevante Social-Media-Kanäle ausdehnen.
Berücksichtigt werden nur konventionelle
Massenmedien und deren Redaktionen,
und zwar unabhängig davon, ob einfach ein
Newsfeed verbreitet oder ob der Twitter-
Kanal spezifisch eingesetzt wird. Nicht mit
einbezogen werden Twitter-Aktivitäten von
einzelnen Journalisten oder Bloggern.
Wir wollen damit einen ersten Beitrag zum
Social-Media-Monitoring in der Schweiz leisten
und hoffen, so einen Anstoss zu geben,
damit wir bald von etablierten Marktforschungsunternehmen
abgelöst werden.
Um bei künftigen Ausgaben der Twitter-Medien-Hitparade die Vollständigkeit zu verbessern,
bitten wir um Meldungen von relevanten Engagements auf Social-Media-Plattformen von
schweizerischen Medien per E-Mail an den Autor (cjwalther@gmail.com). |
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